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Tarnen und Täuschen – So bleibt ihr unentdeckt

Tarnen und Täuschen maßgeschneidert für deine Ausflüge

Feindaufklärung durch Radarflugzeuge

Feindaufklärung durch Radarflugzeuge

Ich möchte euch heute die Grundlagen des “Tarnen und Täuschen” vorstellen.
Als Soldat bei der Bundeswehr findet ihr das Ganze in der Zdv 3/11: Zdv 37/10. Als Zivile Person, für euch maßgeschneidert für eure Ausflüge, bei mir. Um diese Grundlagen auch für die zivilen Personen anwendbar und verständlich zu gestalten, möchte ich euch diese heute gerne zusammengefasst darstellen. Entgegen mancher Erwartungen werden wir weder von Soldaten, noch von Bluthunden gejagt. Dementsprechend ist es auch nicht erforderlich, mit einer andauernden Beobachtung und Aufklärung durch den Feind zu rechnen. Sofern das jemand möchte, würde ich auch gerne einen separaten Bericht für jene schreiben, die von Bluthunden gejagt werden möchten.

Beginnend möchte ich gerne erläutern, was es tatsächlich für uns heißt, sich zu „Tarnen“:

Tarnen und Täuschen bedeutet

das unauffällige Verhalten unter Wahrung der Tarndisziplin.
Mittels Nutzen des im Gelände vorhandenen, sowie durch Tageszeit und Wetter gegebenen Tarnschutzes, sogenannte “Gegen Sicht decken”.

Die für uns geltende Tarndisziplin enthält die folgenden, wichtigsten Grundregeln:

Festgelegte Trampelfade, Fahrspuren sowie Wege sind einzuhalten. Insbesondere ist darauf zu achten, Spuren zu tarnen bzw. zu verwischen, welche vom Weg abzweigen. Sollten sich derartige Spuren nicht beseitigen lassen, ergreift man die Möglichkeit, mittels zusätzlich angelegter Spuren eine Ablenkung/Verwirrung herbeizuführen. Hierbei ist auch auf die Problematik des Schneefalls zu berücksichtigen, durch welchen die Tarnung bzw. Verwischung der Spuren erheblich erschwert wird.

Die Lautstärke und das Licht spielen eine wichtige Rolle

Um die Lautstärke so gering wie möglich zu halten, ist es wichtig, stets Leise zu sprechen und Schlagwerkzeuge, wie eine Axt oder einen Hammer, zur Geräuschdämmung zu umwickeln. Lichtquellen sollten grundsätzlich abgeschirmt werden, zB. Taschenleuchten mit rotem Filter, Zigaretten mit der hohlen Hand, etc. Glänzende Utensilien sind ebenfalls zu verdecken. Für zivile Personen könnte das mit dem Licht unter Umständen für den ein oder anderen etwas unverständlich sein. Als kleine Information am Rande möchte ich hierbei erwähnen, dass mit der Nachtsichtbrille einem Restlichtverstärker (Name LUCIE, die Aussprache hierbei ist ‚LUSI‘) das Erkennen einer Lichtquelle wie beispielsweise einer Zigarettenglut auch aus der Ferne sehr klar und deutlich möglich ist. Nachts kommt zusätzlich das sogenannte Grubenfeuer mit Rauchfänger zum Einsatz. Bei bestehendem Interesse werde ich auch hierüber gerne einen separaten Beitrag schreiben.

Die Sehkraft in der Dunkelheit ist zu wahren. Dies ist mit einer berüchtigten Methode der Bundeswehr möglich – man sitzt stets mit dem Rücken zum Feuer.

Für das Tarnen selbst sind die folgenden Regeln maßgebend:

Die Ausübung der Tarnung muss kontinuierlich verbessert und ergänzt werden. Sollten sich gewisse Voraussetzungen ändern, muss für einen entsprechenden Ersatz gesorgt werden.

Die eigene Sicht und Beweglichkeit darf nicht eingeschränkt werden. Der richtige Platz ist sorgfältig auszuwählen. Im optimalen Fall, kann die schützende Wirkung des Geländes schon für die ausreichende Tarnung genügen. Bei einer falschen Platzwahl hilft auch die beste Tarnung nicht mehr.

An der optimalen Tarnung muss andauernd und im Team gearbeitet werden. Jede Nachlässigkeit bei den einzelnen Durchführungen des stetigen Auftrags der Tarnung, kann diese zerstören.

Zum Tarnen kommen unter anderem natürliche Tarnmittel wie Pflanzen – ob abgeschnittene oder lebende Grassoden – oder aber auch künstliche Tarnmittel wie Tarnnetze etc. zum Einsatz.

Die Umgebung

Von hoher Priorität ist die Anpassung an die Umgebung. Hierbei spielen diverse Faktoren eine fundamentale Rolle, wie beispielsweise die Wuchsrichtung. Es bringt nichts, seine eigene Tarnung entgegen der Wuchsrichtung auszurichten. Ebenso erfolglos ist es, die helle Unterseite von Blättern nach oben zu richten, anstatt diese wie natürlich gewachsen, so zu belassen. Derartige Fälle kamen schon vor. Auch die Pflanzen in der unmittelbaren Umgebung des zu tarnenden Objekts dürfen auf keinen Fall abgeschnitten werden. Es ist offensichtlich, dass eine Tarnung erfolglos ist, wenn man sich vorstellt, um das eigene Zelt herum seien sämtliche Pflanzen abgeschnitten und entfernt. Wichtig ist ebenfalls, dass der helle Schnitt sowie die Bruchstellen mit Erde zu beschmieren sind. Weiterhin ist die laufende Überprüfung der Tarnung mit abgeschnitten Pflanzen von hoher Priorität.

Abgebrochener Ast

Abgebrochener Ast

Den abgebrochenen Ast tarnen

Den abgebrochenen Ast tarnen

Tarnen und Täuschen selbst gemacht!

Wir kommen nun zu Streifen (Garniermaterial). Das sind Streifen, an welchen es möglich ist, behilfsmäßige Tarnung anzubringen. Behelfsmäßig bedeutet hierbei, dass dort keine künstlichen Tarnmittel ausreichen. Es sind Materialien aller Art, wie beispielsweise Bretter, Stroh, Geflechte, Farben, die entweder alleine zur Tarnung verwendet werden oder aus denen Ihr euch geeignete Tarnmittel anfertigen könnt.

Diese Streifen werden aus Textilien und Jute hergestellt. Exemplarisch kann man hierfür einen Kartoffelsack verwenden. Der Kartoffelsack ist aufzutrennen, zusammenzurollen und in kleinere breiteren Rollen zu zerkleinern. Diese kleineren Rollen könnt ihr anschließend einflechten wo Ihr möchtet. Beachtet dabei, dass die Einflechtung unregelmäßig und locker erfolgen sollte, sodass keine gleichmäßigen Flächen entstehen können. Die Enden sind zu verknoten und sollten letztendlich 5cm frei überstehen. Einfach mal ausprobieren.

Mit Schnur, Netzen oder den Streifen ist es möglich, sich fast alles selbst zu basteln. Dabei ist es am wichtigsten zu berücksichtigen, für eine Verschmelzung mit der Umgebung zu sorgen. Es sollte absolut nichts gleichmäßig erscheinen und wirken. Unregelmäßigkeiten sind charakterisierend für die Natur, nichts sieht überall gleich aus. Es gibt kein Schema F, welches euch vorgibt was zu tun ist. Arbeitet mit dem Input, den euch die Natur gibt und versucht mit dieser zu verschmelzen.



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